Seit zwei Wochen protestieren die Studenten in ganz Österreich. Verschiedene Studentengruppen machen gemeinsame Sache gegen einen gemeinsamen Feind - die Regierung, die zu wenig Geld an den falschen Orten einsetzt. Natürlich, die Bedingungen sind für viele Studierende schlecht bis katastrophal - ich selbst habe den Großteil der Vorlesung im ersten Semester in einem Kinosaal, weil es auf der BOKU keine Hörsäle für 500 Personen oder mehr gibt. Aber eine Lösung dieser Platzprobleme, die an der BOKU noch relativ harmlos sind und meiner Meinung nach gut gelöst werden, ist nur langfristig möglich und wird noch eine große Herausforderung für die Zukunft der österreichischen Unis werden. Ein anderer Kritikpunkt der Protestierenden ist das Bachelor/Master System, das das frühere System mit zwei Studienabschnitten und den darauffolgenden Magistertitel ersetzt. Nun gut, dieses System hat sicher seine Vor- und Nachteile, verhindern hätte man es aber spätestens vor einigen Jahren können, als es in Bologna für die ganze EU beschlossen wurde. Jetzt darüber zu jammern ist sinnlos und unnötig.
Auf Facebook bekomme ich seit einiger Zeit immer wieder Einladungen zu den Seiten"Uni brennt", "Boku brennt" oder "Studieren statt blockieren". Während die brennenden Seiten zur Unterstützung der Proteste sind, ist "Studieren statt blockieren" eher ein Zusammenschluss der Studenten, die wieder jene Vorlesungen wollen, die wegen den Hörsaalbesetzungen entfallen oder ausweichen müssen. Ich kann keine der beiden Gruppen unterstützen; einerseits finde ich es gut, dass protestiert wird, man darf sich doch schließlich beschweren, wenn etwas nicht in Ordnung ist, mit den Methoden bin ich nicht ganz einverstanden. Im Audimax die Wände zu beschmieren war absolut unnotwendig. Heute Donnerstag vor einer Vorlesung wurden wir zur Demonstration am Abend eingeladen; "Um 18.00 Uhr ist die Demo und danach eine Party". Offensichtlich geht es vielen eher um die Party als um aktives Teilnehmen an der Demokratie.
Was im Zuge der Diskussion zum Bachelor/Master System immer wieder genannt wird, ist, dass Studenten nicht mehr gebildet sondern ausgebildet werden. Dieser Kritik schließe ich mich an, denke aber, dass dies generell eine gesellschaftliche Entwicklung ist, dass der Mensch immer mehr zu einer Ware verkommt, die Firmen dann kaufen. Freidenker und kritische Stimmen sind hierzulande zwar erlaubt aber nicht erwünscht. Stattdessen wünscht sich die Wirtschaft fließbandgefertigte aber doch für sie maßgeschneiderte Fachidioten, die nie hinterfragen, was sie eigentlich tun.
Donnerstag, 5. November 2009
Dienstag, 20. Oktober 2009
Österreich - ein entwickeltes Land kommt auf die Hunde... oder geht davor!
Fünf Wochen bin ich nun schon in Österreich, der Kulturschock ist überwunden, doch vieles in unserem Land sehe ich jetzt mit anderen Augen. Das wurde mir auch heute wieder klar, als ich in der U-Bahn in einer Gratiszeitung lesen musste, dass in selbiger zu einer Online-Unterschriftenaktion aufgerufen wird gegen die Tötung von 100.000 Straßenhunden und -katzen in der Ukraine, wo 2012 die Fußball-EM stattfinden wird. Was ist los in diesem Land? Warum will man sich in Angelegenheiten einmischen, die hier niemanden auch nur im Entferntesten betreffen? Und wer organisiert oder bewirbt dermaßen die Unterschriftsaktionen gegen die Tötung von Menschen? Täglich sterben viel mehr Menschen für unseren Reichtum und dafür, dass wir uns überhaupt die Sorge um ukrainische Straßenköter leisten können. Bitte versteht mich nicht falsch, ich mag Tiere, wirklich, aber wer Tierliebe wird in Österreich eindeutig übertrieben. Sicherlich ist Tierquälerei ein grausames Verbrechen und gehört strikt verboten. Über Wellnessprodukte für Hunde aber sollten wir uns meiner Meinung nach erst Gedanken machen, wenn alle Menschen auf dieser Welt im Wohlstand leben.
Seit Ende September muss auch ich jeden Tag nach Wien pendeln, jeder, der das nicht kennt, es hat auch seine lustigen Seiten, wenn man jeden Tag in der Früh auf den Bahnhöfen sieht, wie sich alle Passagiere auf die Gratiszeitungen stürzen, als gäbe es kein Klopapier mehr - anders könnte ich mir das Interesse an diesen wertlosen Blättern Papier nicht erklären, würde ich nicht im Zug sehen, wie alle ganz vertieft in Artikel, die sich meist irgendwo um das literarische Niveau eines Volkschulaufsatzes bewegen, dasitzen. Ist es, weil diese Zeitungen gratis sind? Egal, ich glaube, jeder schimpft darüber, aber jeder hats auch schon gelesen, sogar ich. Heute in der Vorlesung hab ich das leichte Sudoku daraus gelöst, das Kreuzworträtsel ist auch leicht, zur Meinungsbildung und als Bezugsquelle für unabhängige Berichterstattung möchte ich diese Zeitung allerdings nicht heranziehen.
Naja, Österreich ist schon wieder eine ganz andere Erfahrung, einerseits schön, in vielen Aspekten sind wir aber nicht so "weit entwickelt" oder "zivilisiert" wie wir immer denken. Wir brauchen uns also nichts einbilden darauf.
Seit Ende September muss auch ich jeden Tag nach Wien pendeln, jeder, der das nicht kennt, es hat auch seine lustigen Seiten, wenn man jeden Tag in der Früh auf den Bahnhöfen sieht, wie sich alle Passagiere auf die Gratiszeitungen stürzen, als gäbe es kein Klopapier mehr - anders könnte ich mir das Interesse an diesen wertlosen Blättern Papier nicht erklären, würde ich nicht im Zug sehen, wie alle ganz vertieft in Artikel, die sich meist irgendwo um das literarische Niveau eines Volkschulaufsatzes bewegen, dasitzen. Ist es, weil diese Zeitungen gratis sind? Egal, ich glaube, jeder schimpft darüber, aber jeder hats auch schon gelesen, sogar ich. Heute in der Vorlesung hab ich das leichte Sudoku daraus gelöst, das Kreuzworträtsel ist auch leicht, zur Meinungsbildung und als Bezugsquelle für unabhängige Berichterstattung möchte ich diese Zeitung allerdings nicht heranziehen.
Naja, Österreich ist schon wieder eine ganz andere Erfahrung, einerseits schön, in vielen Aspekten sind wir aber nicht so "weit entwickelt" oder "zivilisiert" wie wir immer denken. Wir brauchen uns also nichts einbilden darauf.
Donnerstag, 24. September 2009
ZIVIS GESUCHT!
Für das Jahr 2010 sind noch Zivildienststellen in Pedro Carbo frei. Wer Interesse hat, zildienstpflichtig ist (= den Zivildienstbescheid schon hat, aber noch keine Zuweisung zum Zivildienst in Österreich), Spanisch kann, lernt, oder zu lernen bereit ist und denkt, dass er für diesen Einsatz geeignet ist, schreibt mir am Besten ein Mail (klaus.langer@speed.at).
Gesucht werden vor allem Leute mit wirtschaftlicher (HAK-) Ausbildung (Buchhaltung) oder großem sozialen Interesse (Behindertenschule) oder botanischen Kenntnissen oder Interessen (botanischer Garten).
Bitte um Hilfe, vielleicht wisst ihr, auch wenn euch dieser Aufrauf nicht direkt trifft, wer in eurem Verwandten- und Bekanntenkreis daran interessiert sein könnte.
Gesucht werden vor allem Leute mit wirtschaftlicher (HAK-) Ausbildung (Buchhaltung) oder großem sozialen Interesse (Behindertenschule) oder botanischen Kenntnissen oder Interessen (botanischer Garten).
Bitte um Hilfe, vielleicht wisst ihr, auch wenn euch dieser Aufrauf nicht direkt trifft, wer in eurem Verwandten- und Bekanntenkreis daran interessiert sein könnte.
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Montag, 21. September 2009
Wieder in Österreich
Ja, seit Mittwoch bin ich wieder im Heimatland. Bis jetzt war das alles sehr stressig, weil es nur ein Hin und Her zwischen Freunden, Familie und den eigenen Problemen mit dem Akklimatisieren war. Was ich nicht mehr gewohnt bin, ist, dass alle immer alles so weit vorausplanen, jeder will immer wissen, was man am nächsten Tag oder gar schon in der nächsten Woche vor hat. In Ecuador macht man sich über solche Sachen erst Gedanken, wenn es so weit ist. Trotzdem genieße ich Österreich wieder in vollen Zügen und werde wohl in einer Woche zu studieren beginnen.
Hier möchte ich jetzt vor allem allen danken, die immer so treu meine Einträge gelesen haben - ohne euch wäre der Blog natürlich wertlos gewesen und hätte auch mir beim Schreiben nicht solchen Spaß bereitet.
Hier möchte ich jetzt vor allem allen danken, die immer so treu meine Einträge gelesen haben - ohne euch wäre der Blog natürlich wertlos gewesen und hätte auch mir beim Schreiben nicht solchen Spaß bereitet.
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Dienstag, 15. September 2009
Zweiter Abschied von zu Hause
Letzter Eintrag aus Ecuador:
Sind gerade am Flughafen und warten auf den Check-in.
Der Abschied von Kollegen, Freunden und auch den Tieren war nicht leicht, aber die Vorfreude auf mein altes Zuhause wächst jetzt doch auch schon.

Foto aus dem Flughafenkaffeehaus, mit Webcam aufgenommen, letztes Foto in Ecuador.
BIS BALD
Sind gerade am Flughafen und warten auf den Check-in.
Der Abschied von Kollegen, Freunden und auch den Tieren war nicht leicht, aber die Vorfreude auf mein altes Zuhause wächst jetzt doch auch schon.

Foto aus dem Flughafenkaffeehaus, mit Webcam aufgenommen, letztes Foto in Ecuador.
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Dienstag, 8. September 2009
Zurück, ein bisschen mehr daheim
Am Freitag, 4. September ueberquerten wir die Grenze nach Ecuador und fuhren von der Grenzstadt Tulcan nach Otavalo. Leider legte man unsere Rucksaecke im Bus neben ca 15 Kuebeln Mora (Mischung aus Himbeere und Brombeere glaub ich) und durch den Fahrstil des Fahrers kippte ein Kuebel um und einige Rucksaecke waren ganz rot. Der Oficial meinte beim Aussteigen, es ist nur Mora und das ist nicht dreckig und dann fuhren sie einfach weiter. Ich rannte dem Bus noch nach und holte ihn auch ein und schrie dem Oficial noch zu, dass er unser Gepaeck beschaedigt hatte, er meinte aber wieder nur, dass es doch nur Mora ist und sie fuhren mit Vollgas davon. Jetzt hat einiges Gewand, besonders das von Kerstin, rote Flecken, die sich zumindest per Hand nicht auswaschen lassen. Wegen der unfreundlichen und nicht kooperativen Reaktion der Busbesatzung werden wir diesen Vorfall wahrscheinlich der Polizei anzeigen. Ob das was bringt, weiss ich nicht. Es waere aber angebracht gewesen, dass sich der Oficial des Busses wenigstens entschuldigt, dass er die Reinigung nicht zahlen will, verstehe ich schon, aber immerhin ist er fuer die Ladung des Busses verantwortlich und dafuer sollte er geradestehen.
Seit gestern sind wir in Quito, bisschen Sightseeing und geniessen.
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Donnerstag, 3. September 2009
Popayan II

Ein Foto, das war schon vor fast drei Wochen, als wir von Popayan nach San Andres/Tierradentro, eine der coolsten Busfahrten, die ich hier erlebt habe, nur kaputte Strassen, Erdrutsche, durch Baeche und durch Schlamm. In der Mittagspause vor dem Bus.
Sind zum zweiten Mal in Popayan, morgen Freitag werden wir ueber die Grenze wieder zurueck nach Ecuador fahren (Otavalo/Quito).
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